Kreativer Blog von Carsten Löer

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06. Sep. 2024Gedanken

Der Flaschengeist

Ich möchte hier garnicht all zu viel über das Thema Alkohol bzw. Drogenmissbrauch verlieren. Dafür gibt es genug und weitaus qualifizierteres Personal im Netz. Damals wurde mir allerdings endlich klar, dass ICH damit ein Thema hatte.

Nathalie Stüben

Ich hatte ein sehr problematisches Verhältnis zu meinem Freund, dem Flaschengeist. Überwiegend war er in der Wein- und Bierflasche gefangen. Ich meinte ihn des öfteren befreien zu müssen, damit er mir Wünsche erfüllt. An diesem Tag, ich glaube es war ein Samstag, hatte ich gehörig die Schnauze voll von den ganzen „kleinen Nebenwirkungen“ der von der Gesellschaft gefeierten Lieblingsdroge. Aber wie bereits weiter oben erwähnt, dass kann an anderen Stellen in Massen und sehr detailliert nachgelesen werden.

So auch bei dieser wehrten Dame, die in den nächsten dreißig Tagen mich einmal von unten nach oben umkrämpeln sollte: Nathalie Stüben. Mein Ratgeberanteil an dieser Stelle: Wenn DU mit Alkohol ein schwieriges Thema hast, Nathalie und ihr Team helfen dir!

Nachdem ich am folgenden Donnerstag Nathalies Programm angefangen hatte, fühlte ich mich nach den ersten dreißig trockenen Tagen schwer „bewaffnet“ und war mit mir im Klaren: Es gibt keine Flaschengeister, die Wünsche erfüllen - Ohne Scherz, meine grundsätzliche Haltung zu Alkohol und dessen Beschönigungen hat sich komplett geändert. Danke Nathalie!!

Kein Verzicht, sondern Lebensfreude.

Mein Fazit: Keinen Alkohol zu trinken bedeutet KEIN Verzicht sondern Lebensfreude, Mut und Gesundheit (und ein bissel mehr Kohle hatte ich auch am Ende des Monats, just sayin…).

Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, wie gravierend diese Veränderung sich auf mein weiteres Leben auswirken würde. Nach knapp anderthalb Jahren später bekomme ich gerade beim Tippen dieser Zeilen eine großflächige Gänsehaut.

Traurige Anekdote: An dem Donnerstag an dem ich Nathalies Programm began (es war ca. 15:30 Uhr), kam ich aus dem Büro nach Hause. Ich sah auf der anderen Straßenseite eine betagtere Dame den Gehweg entlang torkeln. Noch ein paar Schritte und die arme Frau hätte sich lang gemacht und bestimmt verletzt. Ich konnte sie noch wohlbehalten zu Hause abliefern. Sie lallte abschließend, es waren doch nur zwei Gläschen. Sischa datt. Ein paar Tage später ist sie (nüchtern) spazierend an meiner Garage vorbei. Ich sprach sie an, ob bei ihr noch alles gut gegangen ist… Sie meinte nur: „Kennen wir uns?" …

Das soll jetzt aber auch zum Thema Alk reichen. Mehr ist es einfach nicht wert.

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